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Putin bezeichnet sowjetische Interventionen in Ungarn und Tschechoslowakei als Fehler

Aktualisiert: 11. Juni

Nach Angaben tschechischer Historiker kamen 1968 etwa 137 Tschechen und Slowaken ums Leben

Foto: 21. August 1968, Prag | Milan Linhart

Der russische Präsident Wladimir Putin hat auf dem Eastern Economic Forum in Wladiwostok die sowjetischen Interventionen in Ungarn im Jahr 1956 und in der Tschechoslowakei im August 1968 als Fehler der sowjetischen Politik bezeichnet, wie russische Medien berichten.


Laut Putin sei die Entscheidung der Sowjetunion, Panzer nach Ungarn und in die Tschechoslowakei zu schicken, um Massenproteste während des Kalten Krieges niederzuschlagen, ein Fehler gewesen. In seiner Ansprache betonte Putin, dass Russland anderen Ländern zwar Hilfe geleistet habe, aber nie ein Kolonisator gewesen sei.


Laut der staatlichen russischen Nachrichtenagentur TASS, reagierte der Kremlchef auf eine Bemerkung des Moderators, der darauf hinwies, dass die baltischen Länder, die Tschechische Republik und Ungarn die Sowjetunion der Kolonialisierung beschuldigen. In Reaktion darauf bezeichnete Putin den sowjetischen Einmarsch als Fehler und sagte: "Wir haben schon lange erkannt, dass dieser Teil der Politik der Sowjetunion falsch war und nur zu Spannungen in den Beziehungen geführt hat."


Die moralische Verantwortung Russlands für den Einmarsch der Warschauer-Pakt-Truppen in die Tschechoslowakei im August 1968 hatte Putin bereits im Jahr 2006 anerkannt. Bei einem Treffen mit dem damaligen Präsidenten Václav Klaus auf der Prager Burg sagte Putin damals vor Journalisten: „Ich muss Ihnen ganz offen sagen, dass wir natürlich keine rechtliche Verantwortung haben, aber es gibt eine moralische Verantwortung."


Der ungarische Aufstand von 1956 wurde von sowjetischen Panzern und Truppen niedergeschlagen, wobei mindestens 2.600 Ungarn und 600 sowjetische Soldaten bei den Kämpfen getötet wurden. Der Prager Frühling von 1968 endete durch den Einmarsch von Warschauer-Pakt-Truppen unter sowjetischer Führung in der Tschechoslowakischen Sozialistischen Republik (ČSSR), bei dem nach Angaben tschechischer Historiker etwa 137 Tschechen und Slowaken ums Leben kamen.

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