Prager Zoo freut sich über seltenen Nachwuchs bei stark bedrohten Klammeraffen
- Tschechien News

- 28. Apr.
- 2 Min. Lesezeit
Dem kleinen Primaten geht es nach Angaben des Zoos gut: Er trinkt Muttermilch, wirkt aufmerksam und verlässt das Bauchfell seiner Mutter bislang kaum

Seltene Tiergeburten gehören selbst in großen Zoos nicht zum Alltag – umso größer ist die Freude derzeit im Prager Zoo. Dort kam Mitte April ein Jungtier der stark bedrohten mexikanischen Unterart der Mittelamerikanischen Klammeraffen zur Welt.
Der Zoo Praha hat Nachwuchs bei den Mittelamerikanischen Klammeraffen der mexikanischen Unterart bekommen. Dem kleinen Primaten, der am 13. April zur Welt kam, geht es nach Angaben des Zoos gut: Er trinkt Muttermilch, wirkt aufmerksam und verlässt das Bauchfell seiner Mutter bislang kaum. Besucher können das Jungtier auf den Affeninseln im unteren Bereich des Zoos beobachten.
Die mexikanische Unterart der Mittelamerikanischen Klammeraffen gehört zu den am stärksten bedrohten Primaten Mittelamerikas und wird in Europa nur in drei zoologischen Einrichtungen gehalten. Der Prager Zoo zählt dabei zu den erfolgreichsten Züchtern dieser seltenen Tiere. Seit Beginn der Haltung im Jahr 2005 konnten dort bereits acht Jungtiere erfolgreich aufgezogen werden. Der aktuelle Nachwuchs ist das erste vielversprechende Jungtier seit 2022.
„Das kleine Klammeraffen-Jungtier wirkt lebensfähig, aufmerksam und interessiert an seiner Umgebung. Es beobachtet bereits das Verhalten seiner Mutter, von deren Milch es derzeit vollständig abhängig ist“, erklärte Primaten-Kurator Jan Mengr. Die Mutter verhalte sich bislang sehr fürsorglich und lasse kaum andere Tiere an den Nachwuchs heran. Das Geschlecht des Jungtiers ist derzeit noch unbekannt.

Klammeraffen werden im Englischen und Spanischen häufig auch als „Spinnenaffen“ bezeichnet – eine Anspielung auf ihre langen Gliedmaßen und ihren greiffähigen Schwanz, den sie fast wie eine zusätzliche Hand einsetzen können. Die Tiere leben in tropischen Wäldern von Südmexiko bis nach Brasilien. Die mexikanische Unterart kommt unter anderem in Mexiko, Belize, Guatemala, Honduras und El Salvador vor.
Als größte Bedrohung gilt der fortschreitende Verlust ihres natürlichen Lebensraums. Experten warnen, dass die Populationen bis zum Jahr 2060 um bis zur Hälfte zurückgehen könnten. Zusätzlich belastet illegaler Wildtierhandel die ohnehin kleinen Bestände. In Teilen Südmexikos werden gewilderte Tiere weiterhin als exotische Haustiere verkauft.
Erschwert wird der Schutz der Art zudem durch ihre langsame Fortpflanzung: Weibchen bringen meist nur alle zwei bis vier Jahre ein einzelnes Jungtier zur Welt.
Die sechsköpfige Gruppe im Zoo Praha besteht aktuell aus dem Elternpaar, zwei älteren Jungtieren sowie einer weiteren, nicht verwandten weiblichen Affendame. Besonders das dreijährige Männchen gilt laut Tierpflegern als neugierig und verspielt.
Die tagaktiven Primaten sind während der gesamten Öffnungszeit des Zoos zu sehen. Im April und Mai empfängt der Zoo Praha Besucher täglich von 9 bis 18 Uhr. Die Tiere verbringen den Großteil des Tages im Außengehege auf einer der Affeninseln zwischen den Gavialen und Tapiren. Gefüttert werden sie unter anderem mit Blattgemüse, speziellem Primatenfutter, Trockenfrüchten und verschiedenen Nusssorten.








