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Prager Hitzeinseln: Hotspots nachts bis zu sieben Grad wärmer als am Stadtrand

vor 2 Stunden
2 Min. Lesezeit

IPR veröffentlicht neue Storymap zu Hitzeinseln in der Hauptstadt – Temperaturdaten sollen künftig stärker in die Stadtplanung einfließen

Prager Hitzeinseln: Hotspots nachts bis zu sieben Grad wärmer als am Stadtrand
Foto: IPR Praha

Wie stark sich Prag im Sommer aufheizt, hängt erheblich vom jeweiligen Stadtteil ab. Neue Daten des IPR machen die Temperaturunterschiede sichtbar und sollen künftig helfen, besonders hitzeanfällige Bereiche frühzeitig zu erkennen und ihre Entstehung bei der Stadtplanung möglichst zu vermeiden.


Prag blickt auf einen außergewöhnlich heißen Sommer zurück. Zwischen Mai und September wurden in der Hauptstadt 29 tropische Tage und zwölf tropische Nächte registriert. Eine neue Storymap des Prager Instituts für Planung und Entwicklung (IPR) zeigt nun, wie unterschiedlich stark sich einzelne Teile der Stadt aufheizen und wie diese Daten für die künftige Stadtplanung genutzt werden können.


Die interaktive Anwendung „Horko v Praze“ (CZ) veranschaulicht den sogenannten städtischen Wärmeinseleffekt. Dieser entsteht vor allem in dicht bebauten Gebieten, in denen Gebäude, Straßen, Gehwege und andere versiegelte Flächen tagsüber große Mengen Wärme aufnehmen und diese später wieder an ihre Umgebung abgeben.


Prager Hitzeinseln: Hotspots nachts bis zu sieben Grad wärmer als am Stadtrand
Foto: IPR Praha

Besonders deutlich werden die Temperaturunterschiede in der Nacht. Während sich weniger dicht bebaute Randgebiete schneller abkühlen, bleibt die Wärme in zentralen Stadtteilen länger gespeichert. Nach Angaben des IPR kann die Lufttemperatur in der ersten Hälfte einer tropischen Nacht etwa in der Altstadt oder in Holešovice bis zu sieben Grad höher liegen als am Stadtrand, beispielsweise in Ruzyně.


Neben der dichten Bebauung spielt auch die geringe Menge an Vegetation eine Rolle. Bäume und andere Pflanzen spenden Schatten und kühlen ihre Umgebung durch die Verdunstung von Wasser. Asphalt, Beton und andere typische Materialien des städtischen Raums speichern dagegen Wärme. Hinzu kommen weitere Wärmequellen wie Fahrzeugmotoren, Klimaanlagen und elektrische Geräte.


Um die Überhitzung der Stadt möglichst genau abzubilden, kombinierte das IPR unterschiedliche Datenquellen. Dazu gehören Messungen von Wetterstationen, Satellitendaten sowie das digitale Modell PALM. Dieses verbindet meteorologische Daten mit einem dreidimensionalen Modell Prags und ermöglicht es, Luft- und Oberflächentemperaturen bis auf Straßenebene zu berechnen.


Prager Hitzeinseln: Hotspots nachts bis zu sieben Grad wärmer als am Stadtrand
Foto: IPR Praha

Die Daten sollen künftig verstärkt bei der Planung neuer Stadtviertel eingesetzt werden. So können besonders hitzeanfällige Bereiche bereits in einem frühen Stadium erkannt und entsprechende Maßnahmen berücksichtigt werden. Dazu gehören beispielsweise die Ausrichtung und Höhe von Gebäuden, die Anordnung von Wohnblöcken, zusätzliche Vegetation sowie die Wahl geeigneter Materialien und Oberflächen.


Auch die Auswirkungen der Bebauung auf die Luftströmung lassen sich mit den Modellen untersuchen. Ziel ist es, neue Quartiere so zu planen, dass sich Hitze weniger stark staut und dicht bebaute Bereiche in den Sommermonaten besser abkühlen können.

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