Prag startet Bau der neuen Straßenbahnstrecke Malovanka - Strahov
Die rund 1,3 Kilometer lange Strecke soll bis Sommer 2028 fertiggestellt werden

Mit der neuen Straßenbahnstrecke nach Strahov erhält eines der wichtigsten Studentenviertel Prags eine direkte Schienenanbindung. Die neue Verbindung soll zugleich den Busverkehr in Dejvice entlasten.
Prag arbeitet weiter am Ausbau seines Straßenbahnnetzes. Am Montag wurde auf Strahov der Grundstein für die neue Strecke zwischen Malovanka und Strahov gelegt. Die rund 1,3 Kilometer lange Verbindung soll künftig eine direkte und leistungsfähigere Anbindung des Strahov-Areals an das Prager Straßenbahnnetz ermöglichen.
Die neue Strecke beginnt an der Kreuzung Bělohorská und Vaníčkova und führt anschließend durch die gesamte Vaníčkova-Straße bis zum heutigen Buswendeplatz Stadion Strahov. Dort entsteht eine neue gemeinsame Wendeschleife für Straßenbahnen, Busse und Oberleitungsbusse.
Nach Angaben der Prager Verkehrsbetriebe soll der Probebetrieb mit Fahrgästen Mitte 2028 beginnen. Die Bauarbeiten übernimmt ein Konsortium unter Führung von Elektrizace železnic Praha gemeinsam mit FIRESTA–Fišer und PEDASTA dopravní stavby. Das Projekt wird aus EU-Fördermitteln kofinanziert.

Drei Haltestellen auf der neuen Strecke
Im Zuge des Projekts wird auch der Straßenraum rund um Malovanka umgebaut. Die bestehenden Straßenbahnhaltestellen werden in den Abschnitt der Bělohorská zwischen Vaníčkova und Myslbekova verlegt. Dort sollen künftig sämtliche Straßenbahnlinien unabhängig von ihrer Fahrtrichtung halten können.
Entlang der neuen Strecke sind drei Haltestellenpaare vorgesehen: Malovanka, Koleje Strahov und Strahov. Die Haltestelle Koleje Strahov entsteht in der Vaníčkova-Straße zwischen den Studentenwohnheimen und dem Strahov-Stadion ungefähr auf Höhe der heutigen Bushaltestellen. Die Endhaltestelle Strahov wird Teil der neuen Wendeschleife und soll von verschiedenen öffentlichen Verkehrsmitteln gemeinsam genutzt werden.

Für den Bau wird die Vaníčkova-Straße verbreitert. In Fahrtrichtung Strahov sollen Autos teilweise denselben Verkehrsraum wie die Straßenbahn nutzen. In Richtung Stadtzentrum werden Straßenbahn und Autoverkehr dagegen weitgehend getrennt geführt. Im Bereich des Strahov-Stadions verläuft die Strecke auf einem eigenen Gleiskörper.
Weniger Busse Richtung Dejvická
Mit der neuen Straßenbahnverbindung sollen die heutigen Busverbindungen zwischen Strahov und der Metrostation Dejvická teilweise ersetzt werden. Dadurch könnte auch die Zahl der Busse rund um den stark belasteten Vítězné náměstí sinken.
Zugleich erhält Strahov direkte Straßenbahnverbindungen in Richtung Innenstadt und zu wichtigen Verkehrsknoten wie Hradčanská und Dejvická. Vor allem für die Studentenwohnheime auf Strahov verspricht sich die Stadt eine höhere Beförderungskapazität und eine zuverlässigere Verbindung.

Weitere Elektrifizierung geplant
Der Bau der Straßenbahnstrecke wird mit weiteren Verkehrsprojekten auf Strahov abgestimmt. Dazu gehört unter anderem die Elektrifizierung der Buslinie 176 sowie die geplante Umstellung der Linie 191. In der neuen Wendeschleife sind zudem Abstell- und Ladeeinrichtungen für Oberleitungsbusse vorgesehen.










