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Prag im europäischen Vergleich: Wohnen bleibt teuer, Nahverkehr überzeugt – Zahl der Autos steigt weiter

Von Wohnen über Mobilität und Arbeit bis hin zu Bildung und Freizeit – Prag im Vergleich zu elf europäischen Partnerstädten

Prag im europäischen Vergleich: Wohnen bleibt teuer, Nahverkehr überzeugt – Zahl der Autos steigt weiter
Foto: Dmitry Goykolov | Unsplash

Neue Analyse vergleicht den Alltag in Europas Metropolen – Prag punktet mit einem der besten Nahverkehrssysteme, kämpft jedoch weiterhin mit hohen Wohnkosten und einer wachsenden Zahl an Autos.


Prag gehört zu den europäischen Metropolen mit der besten öffentlichen Verkehrsinfrastruktur. Gleichzeitig ist Wohneigentum in der tschechischen Hauptstadt so schwer erschwinglich wie in keiner der Vergleichsstädte. Das geht aus der aktualisierten Studie „Prag im europäischen Kontext“ (Prague in the European context) des Instituts für Planung und Entwicklung der Hauptstadt Prag (IPR) hervor.


Die Analyse begleitet den Alltag der Bewohner – vom Wohnen über Mobilität und Arbeit bis hin zu Bildung und Freizeit – und vergleicht Prag mit elf europäischen Partnerstädten. Dabei stützt sich das IPR nicht nur auf öffentlich zugängliche Daten, sondern überprüft die Informationen direkt bei den beteiligten Städten.


Wohneigentum in Prag am schwersten erschwinglich


Die Studie zeigt, dass sich die Erschwinglichkeit von Wohneigentum in den meisten europäischen Metropolen weiter verschlechtert. Besonders ausgeprägt ist diese Entwicklung jedoch in Prag. Für den Kauf einer Eigentumswohnung müssen Käufer inzwischen mehr als 13 Bruttojahresgehälter aufbringen – ähnlich wie in Barcelona, München oder Amsterdam.


Prag im europäischen Vergleich: Wohnen bleibt teuer, Nahverkehr überzeugt – Zahl der Autos steigt weiter
Foto: Minku Kang | Unsplash

Auch der Mietmarkt bietet kaum Entlastung. Für die Miete einer 60 Quadratmeter großen Wohnung müssen Prager im Durchschnitt rund 40 Prozent ihres Einkommens aufwenden. Zum Vergleich: In München sind es 28 Prozent, in Wien lediglich 14 Prozent.


Gute Jobchancen – aber niedrigere Einkommen


Prag weist laut Studie weiterhin die niedrigste Arbeitslosenquote unter den untersuchten Städten auf. Eine Arbeitsstelle zu finden ist vergleichsweise einfach. Dennoch liegen die realen Einkommen unter denen der meisten westeuropäischen Metropolen.


Nach Angaben des IPR verdienen Beschäftigte in München im Durchschnitt rund eineinhalbmal so viel wie Arbeitnehmer in Prag. Während die Einkommen in München zuletzt weitgehend stagnierten, verzeichnet Kopenhagen weiterhin ein stabiles Lohnwachstum. Im regionalen Vergleich liegt Prag beim Einkommen im Mittelfeld, europaweit besteht jedoch weiterhin deutlicher Nachholbedarf.


Prag im europäischen Vergleich: Wohnen bleibt teuer, Nahverkehr überzeugt – Zahl der Autos steigt weiter
Foto: Scott Graham | Unsplash

Positiv entwickelte sich dagegen die Arbeitszeit. Prager arbeiten heute im Durchschnitt knapp 39 Stunden pro Woche – fast zwei Stunden weniger als noch vor zehn Jahren. Dennoch liegt die Wochenarbeitszeit weiterhin etwa drei Stunden über dem Durchschnitt Westeuropas.


Öffentlicher Nahverkehr zählt zu Europas Spitzenreitern


Besonders gut schneidet Prag beim öffentlichen Nahverkehr ab. Rund sieben von zehn Einwohnern nutzen Bus, Straßenbahn oder Metro regelmäßig, 87 Prozent zeigen sich mit dem Angebot zufrieden.


Prag im europäischen Vergleich: Wohnen bleibt teuer, Nahverkehr überzeugt – Zahl der Autos steigt weiter
Foto: Dopravní podnik hl. m. Prahy

Im europäischen Vergleich überzeugt Prag vor allem durch die hohe Zuverlässigkeit, das dichte Streckennetz und die günstigen Fahrpreise. Die Stadt verfügt zudem über eines der größten Straßenbahnnetze Europas bezogen auf die Einwohnerzahl. Auch das Metronetz erreicht eine Größe, die eher der Größe westeuropäischer Großstädte als der vergleichbarer postkommunistischer Hauptstädte wie Warschau oder Budapest entspricht.


Trotz guten öffentlichen Nahverkehrs wächst die Zahl der Autos weiter


Trotz des leistungsfähigen Nahverkehrs nimmt die Zahl der Autos in Prag weiter zu. Gemeinsam mit Warschau und Bukarest gehört Prag zu den wenigen europäischen Hauptstädten, in denen die Zahl der zugelassenen Fahrzeuge weiterhin deutlich steigt.


Prag im europäischen Vergleich: Wohnen bleibt teuer, Nahverkehr überzeugt – Zahl der Autos steigt weiter
Foto: Portál hlavního města Prahy

Im Gegensatz dazu verfügen Städte wie Stockholm, Kopenhagen oder Wien über rund ein Drittel bis die Hälfte weniger Autos pro Einwohner. Gleichzeitig ist dort der Anteil von Elektro- und Hybridfahrzeugen deutlich höher.


Nach Einschätzung der Autoren führt die wachsende Zahl und Größe der Fahrzeuge in Prag zu mehr Staus, einer höheren Unfallbelastung sowie einer stärkeren Beanspruchung des öffentlichen Raums und trägt zusätzlich zur Luftverschmutzung bei.


Die vollständige Analyse finden Sie unter: www.iprpraha.cz

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