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Polnische Regisseurin Agnieszka Holland in Prag mit Karl‑IV.‑Preis ausgezeichnet

Der Karl-IV.-Preis würdigt seit 1993 herausragende Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Kultur und Gesellschaft

Polnische Regisseurin Agnieszka Holland mit Karl-IV.-Preis ausgezeichnet
Foto: Bohuslav Svoboda, primátor hl. m. Prahy | Facebook

Die polnische Regisseurin Agnieszka Holland ist mit dem Karl-IV.-Preis ausgezeichnet worden. Die Ehrung würdigt ihr filmisches Schaffen, das sich sensibel mit totalitären Regimen und individueller Verantwortung beschäftigt.


Im Brožíksaal (Brožíkův sál) des Altstädter Rathauses in Prag wurde am Donnerstag die polnische Filmregisseurin und Drehbuchautorin Agnieszka Holland mit dem Karl-IV.-Preis ausgezeichnet. Holland ist Absolventin der Prager FAMU und eine der bedeutendsten europäischen Filmschaffenden des 20. und 21. Jahrhunderts.


Holland ist damit die achte Preisträgerin des Karl-IV.-Preises und reiht sich in eine illustre Reihe ein, zu der unter anderem Philosophen, Physiker und Persönlichkeiten wie der deutsche Ex-Präsident Joachim Gauck zählen. Die Preisverleihung nahmen der Prager Oberbürgermeister Bohuslav Svoboda und die Rektorin der Karls-Universität, Milena Králíčková, vor.


Polnische Regisseurin Agnieszka Holland mit Karl-IV.-Preis ausgezeichnet
Foto: Bohuslav Svoboda, primátor hl. m. Prahy | Facebook

„Der Karl-IV.-Preis würdigt Persönlichkeiten, die mit ihrer Arbeit Grenzen von Disziplinen und Staaten überschreiten und langfristig zur Verteidigung der menschlichen Würde, der Freiheit und des kollektiven Gedächtnisses beitragen“, sagte Oberbürgermeister Svoboda. „Agnieszka Holland gehört zu den Künstlerinnen, die es verstanden haben, durch Film Themen totalitärer Regime, individueller Verantwortung und bürgerschaftlicher Courage sensibel und zugleich kompromisslos zu beleuchten. Ihr Bezug zu Prag und zum tschechischen Umfeld verleiht dieser Auszeichnung eine besondere Dimension.“


Auch Rektorin Králíčková hob Hollands humanistische Haltung hervor: „Ihre Arbeiten lehren uns, Geschichte und Gegenwart mit Empathie und Menschlichkeit zu betrachten, zugleich aber den Mut des Einzelnen zu würdigen, sich gegen Unrecht zu stellen. Der Karl-IV.-Preis ehrt ihr unermüdliches Engagement für Freiheit, Demokratie und Menschenwürde.“


Video: FRANZ K. Trailer German Deutsch (2025)

Der Preis würdigt nicht nur Hollands umfassende filmische Arbeit, die sich häufig mit den nach wie vor aktuellen Fragen zu Nazi- und kommunistischen Verbrechen beschäftigt, sondern auch ihre enge Verbindung zu Prag und zur Tschechischen Republik. Die Regisseurin wurde mehrfach für den Oscar nominiert. In ihrem jüngsten Film „Franz K.“ (2025), der das Leben von Franz Kafka thematisiert, spielt Prag eine zentrale Rolle im Hintergrund des Schaffens des Schriftstellers.


Polnische Regisseurin Agnieszka Holland mit Karl-IV.-Preis ausgezeichnet
Foto: Bohuslav Svoboda, primátor hl. m. Prahy | Facebook

Der Internationale Karl-IV.-Preis wurde 1993 von der Stadt Prag und der Karls-Universität ins Leben gerufen, um herausragende Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Kultur und Gesellschaft auszuzeichnen. Zu den bisherigen Preisträgern zählen unter anderem der französische Philosoph Paul Ricoeur (1993), der deutsche Physiker Carl Friedrich von Weizsäcker (1995), der russische Cellist Mstislav Rostropovič (1998), der tschechische Pianist Ivan Moravec (2000), der australische Arzt John Kerr (2002), der luxemburgische Großherzog Henri de Luxembourg (2018) und der deutsche Ex-Präsident Joachim Gauck (2019).

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