Mehr tödliche Motorradunfälle auf Tschechiens Straßen
31 Motorradfahrer kamen im ersten Halbjahr 2026 ums Leben – Zahl der Neuzulassungen erreicht Rekordniveau

Die Zahl der tödlichen Motorradunfälle ist in Tschechien im ersten Halbjahr 2026 deutlich gestiegen. Gleichzeitig erreicht die Zahl der neu zugelassenen Motorräder mit mehr als 19.000 Fahrzeugen einen neuen Höchststand.
Die Zahl der tödlich verunglückten Motorradfahrer ist in Tschechien deutlich gestiegen. Im ersten Halbjahr 2026 kamen auf den Straßen des Landes 31 Motorradfahrer ums Leben – elf mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Weitere 160 Fahrer erlitten schwere Verletzungen.
Mit den Sommermonaten erreicht die Motorradsaison derzeit ihren Höhepunkt. Damit steigt auch das Risiko schwerer Verkehrsunfälle. Gleichzeitig wächst die Beliebtheit von Motorrädern in Tschechien weiter: Allein in den ersten sechs Monaten dieses Jahres wurden mit 19.462 Neuzulassungen so viele Motorräder registriert wie noch nie.
„Die aktuellen Zahlen für das erste Halbjahr bestätigen, dass Motorradfahrer weiterhin zu den am stärksten gefährdeten Gruppen auf unseren Straßen gehören“, erklärte Verkehrsminister Ivan Bednárik. In der Hauptsaison nehme das Risiko schwerer Unfälle zusätzlich zu – unter anderem durch Müdigkeit, Unaufmerksamkeit und eine Überschätzung der eigenen Fähigkeiten.
Nach Angaben von BESIP (Zentrale Koordinierungsstelle für Verkehrssicherheit) entwickelt sich Tschechien aufgrund steigender Verkaufszahlen und einer zunehmenden Zahl warmer Tage zunehmend zu einem Motorradland. BESIP-Leiter Tomáš Neřold betont die Eigenverantwortung der Motorradfahrer. Entscheidend sei, das Fahrzeug sicher zu beherrschen und die Geschwindigkeit an die jeweiligen Bedingungen und die eigenen Fähigkeiten anzupassen.
Verkehrspolizei: Motorradfahrer verursachen 60 Prozent der Unfälle selbst
Ein typisches Unfallszenario sei, dass ein Motorrad beim Linksabbiegen übersehen werde, erklärte Jan Straka von der Verkehrspolizei. Bei selbst verschuldeten Motorradunfällen seien dagegen häufig überhöhte Geschwindigkeit und der Verlust der Kontrolle über das Fahrzeug ausschlaggebend.
Nach langfristigen Angaben der Verkehrspolizei verursachen Motorradfahrer rund 60 Prozent der Unfälle selbst. Bei den übrigen 40 Prozent liegt die Verantwortung bei Autofahrern – häufig, weil diese die Vorfahrt missachten.
Insgesamt sind im tschechischen Fahrzeugregister inzwischen mehr als 1,4 Millionen Motorräder eingetragen. Die wachsende Zahl der Maschinen macht sich allerdings auch in der Unfallstatistik bemerkbar.










