Illegale Migration in Tschechien leicht gestiegen – Transitmigration bleibt auf niedrigem Niveau
Nach Angaben der Behörden verlief ein Großteil der Transitmigration über zwei unterschiedliche Routen

Die tschechische Fremdenpolizei registrierte im ersten Halbjahr 2026 etwas mehr Fälle illegaler Migration. Der überwiegende Teil betrifft Personen mit unerlaubtem Aufenthalt im Land – die Transitmigration durch Tschechien bleibt weiterhin auf niedrigem Niveau.
Im ersten Halbjahr 2026 hat die tschechische Fremdenpolizei insgesamt 5.358 Fälle illegaler Migration registriert. Das entspricht einem Anstieg von 5,9 Prozent beziehungsweise 300 Personen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Wie die tschechische Polizei auf ihrer Webseite mitteilte, entfällt der weitaus größte Teil der Fälle auf Personen, die sich unerlaubt in Tschechien aufhielten – etwa weil sie ihre erlaubte Aufenthaltsdauer überschritten hatten.
Insgesamt 5.158 Personen beziehungsweise 96,3 Prozent aller registrierten Fälle betrafen den illegalen Aufenthalt. Mehr als drei Viertel dieser Personen stammten aus der Ukraine, Moldau, Vietnam, Usbekistan, Georgien oder Russland.
An den tschechischen Außengrenzen im Schengenraum, wie an Flughäfen, wurden 200 Personen festgestellt. Dabei handelte es sich überwiegend um Staatsangehörige aus Georgien, Moldau und Indien.
Transitmigration bleibt gering
Die Polizei registrierte im ersten Halbjahr 169 Fälle von Transitmigration, was 3,3 Prozent aller Fälle illegaler Migration entspricht. Das häufigste Zielland war dabei Deutschland, wohin 141 der betroffenen Personen weiterreisen wollten. Am häufigsten wurden Staatsangehörige Russlands (103 Personen) sowie Afghanistans (39 Personen) festgestellt.
Obwohl die Transitmigration im Vergleich zum Vorjahr prozentual um 225 Prozent zunahm, betont die Fremdenpolizei, dass die absoluten Zahlen weiterhin sehr niedrig seien und die Entwicklung daher nur geringe Auswirkungen auf die Sicherheitslage in Tschechien habe. Der Anstieg sei vor allem im ersten Quartal beobachtet worden, während die Zahlen im zweiten Quartal bereits wieder zurückgingen. Ein ähnlicher Trend sei auch in den Nachbarstaaten festzustellen.

Zwei Hauptrouten identifiziert
Nach Angaben der Behörden verlief ein Großteil der Transitmigration über zwei unterschiedliche Routen.
Zum einen registrierte die Polizei einen verstärkten Landweg über die sogenannte Westbalkanroute. Dabei reisten vor allem russische Staatsangehörige von Kroatien über Ungarn, die Slowakei oder Österreich sowie Tschechien weiter nach Deutschland.
Zum anderen nutzten insbesondere afghanische Staatsangehörige innereuropäische Flüge aus Griechenland. Insgesamt reisten 40 Personen, darunter 35 Afghanen, mit unzureichenden oder gefälschten Dokumenten auf Flügen innerhalb des Schengenraums ein.
Präventive Maßnahmen zeigen Wirkung
Als Reaktion auf den verstärkten Missbrauch von Flugverbindungen aus Athen entsandte die tschechische Fremdenpolizei zum 1. März 2026 einen eigenen Dokumenten- und Migrationsexperten an den Flughafen der griechischen Hauptstadt. Nach Angaben der Polizei zeigte diese Maßnahme rasch Wirkung. Während im Januar noch 27 Personen nach ihrer Einreise aus Griechenland ohne gültige Aufenthaltsberechtigung festgestellt wurden, registrierten die Behörden im Juni keinen einzigen entsprechenden Fall mehr.

Mehr Kontrollen im ganzen Land
Die Fremdenpolizei hat ihre Kontrollen im ersten Halbjahr erneut ausgeweitet. Insgesamt führten die Beamten 96.862 Aufenthaltskontrollen durch – ein Plus von 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dabei wurden 274.929 ausländische Staatsangehörige überprüft. Zudem kontrollierte die Polizei 15.982 Beherbergungsbetriebe sowie 9.415 Gewerbebetriebe in ganz Tschechien.










