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EU plant neue Zwei-Euro-Gebühr auf Online-Bestellungen aus Drittstaaten

vor 9 Minuten
2 Min. Lesezeit

Bearbeitungsgebühr soll ab November für E-Commerce-Importe unabhängig vom Warenwert gelten

EU plant neue Zwei-Euro-Gebühr auf Online-Bestellungen aus Drittstaaten
Foto: Celní správa ČR

Online-Bestellungen aus Ländern außerhalb der Europäischen Union könnten ab November erneut teurer werden. Die EU sieht eine neue Bearbeitungsgebühr von zwei Euro je eingeführter Warenposition vor. Anders als der bereits seit Juli geltende Zoll soll sie unabhängig vom Wert der Sendung erhoben werden.


Die Europäische Union verschärft ihre Regeln für den grenzüberschreitenden Onlinehandel weiter. Nach Angaben der tschechischen Zollverwaltung (Celní správa ČR) sieht die neue europäische Zollgesetzgebung eine zusätzliche Bearbeitungsgebühr für E-Commerce-Sendungen aus Staaten außerhalb der EU vor.


Die neue Gebühr soll zwei Euro pro eingeführter Warenposition betragen und ab dem 1. November 2026 gelten. Noch können die EU-Mitgliedstaaten und das Europäische Parlament Einwände gegen die Höhe der Gebühr erheben. Wird kein Einspruch eingelegt und die Regelung rechtzeitig veröffentlicht, soll die Gebühr wie geplant eingeführt werden.


EU plant neue Zwei-Euro-Gebühr auf Online-Bestellungen aus Drittstaaten
Foto: Polina Tankilevitch | Pexels

Gebühr unabhängig vom Wert der Sendung


Die neue Abgabe unterscheidet sich damit von dem seit dem 1. Juli 2026 geltenden Zoll auf Waren aus ausländischen Online-Shops. Seit diesem Zeitpunkt werden bei den meisten E-Commerce-Sendungen mit einem Wert von höchstens 150 Euro drei Euro Zoll je Warenposition erhoben. Die frühere Zollbefreiung für Sendungen mit geringem Wert wurde damit aufgehoben.


Die geplante Zwei-Euro-Gebühr soll dagegen nicht auf Sendungen bis 150 Euro begrenzt sein. Nach dem derzeitigen Stand soll sie für E-Commerce-Importe unabhängig von deren Warenwert gelten.


Drei-Euro-Zoll zeigt in Tschechien Wirkung – Billigimporte seit Juli deutlich zurückgegangen


Hintergrund der neuen Regeln ist vor allem der starke Anstieg von Online-Bestellungen aus Ländern außerhalb der Europäischen Union. Besonders deutlich zeigt sich diese Entwicklung auch in Tschechien.


Nach Angaben der tschechischen Zollverwaltung wurden im gesamten Jahr 2025 rund 105 Millionen Warenpositionen in die Tschechische Republik eingeführt. Bereits im ersten Halbjahr 2026 wurde erneut eine vergleichbare Größenordnung erreicht. Die wachsenden Mengen stellen die Zollbehörden zunehmend vor Herausforderungen bei der Kontrolle der eingeführten Waren.


Seit Einführung des Drei-Euro-Zolls im Juli ist die Zahl der Importe allerdings deutlich zurückgegangen. Im Juli und August 2026 registrierte die tschechische Zollverwaltung rund 6,6 Millionen eingeführte Warenpositionen. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es noch rund 20,3 Millionen gewesen.


Nach Einschätzung der Zollverwaltung hat der neue Zoll damit zumindest teilweise dazu beigetragen, den Zustrom besonders günstiger Waren aus Drittstaaten zu bremsen und die Wettbewerbsbedingungen zwischen europäischen Händlern und Anbietern außerhalb der EU anzugleichen.


EU will Zollkontrollen entlasten


Mit der zusätzlichen Zwei-Euro-Gebühr soll nun verhindert werden, dass ein erneuter starker Anstieg der Sendungsmengen die europäischen Zollbehörden überfordert. Gleichzeitig sollen Kontrollen verbessert, Verbraucher besser geschützt und die Einhaltung der europäischen Zoll- und Produktsicherheitsvorschriften erleichtert werden.

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