30. Forum 2000 in Prag: Václav Havels Vermächtnis im Mittelpunkt
Rund 800 Teilnehmer aus 100 Ländern diskutieren über die Zukunft der Demokratie und die Herausforderungen einer sich wandelnden Welt

Zum 30. Mal bringt das Forum 2000 Politiker, Experten und Vertreter der Zivilgesellschaft in Prag zusammen. Im Mittelpunkt stehen die Zukunft der Demokratie, globale Herausforderungen und das politische Vermächtnis des früheren tschechischen Präsidenten Václav Havel.
Ab heute, dem 11. Oktober, bis zum 13. Oktober 2026 wird das Prager Kongresszentrum erneut zum Treffpunkt internationaler Persönlichkeiten aus Politik, Wissenschaft und Gesellschaft. Unter dem Titel „Reimagining the Power of the Powerless“ (Die Macht der Machtlosen neu denken) beschäftigt sich das diesjährige Forum 2000 mit der Frage, wie demokratische Gesellschaften angesichts wachsender politischer und technologischer Herausforderungen gestärkt werden können.
Die Jubiläumsausgabe steht ganz im Zeichen ihres Mitbegründers Václav Havel. Die Forum-2000-Stiftung feiert in diesem Jahr ihr 30-jähriges Bestehen, zugleich wäre der frühere tschechische Präsident am 5. Oktober 90 Jahre alt geworden. Erwartet werden rund 800 Politiker, Diplomaten, Wissenschaftler, Aktivisten, Journalisten und Vertreter zivilgesellschaftlicher Organisationen aus etwa 100 Ländern.
Demokratie unter Druck: Globale Herausforderungen im Fokus
Die Konferenz findet vor dem Hintergrund zunehmender geopolitischer Spannungen, gesellschaftlicher Polarisierung und wachsender autoritärer Tendenzen statt. Auch die Auswirkungen neuer Technologien auf demokratische Prozesse spielen eine zentrale Rolle. Insbesondere digitale Manipulation und der mögliche Missbrauch künstlicher Intelligenz werfen neue Fragen für Politik und Gesellschaft auf.
Die Diskussionen konzentrieren sich auf fünf zentrale Themenbereiche: die Zukunft der internationalen Ordnung, demokratische Beteiligung, das Verhältnis zwischen Technologie und Demokratie, die Situation in der Ukraine sowie regionale und globale Herausforderungen.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Generation Z. Dabei soll untersucht werden, welche Rolle junge Menschen in demokratischen Bewegungen spielen, wie sie sich politisch engagieren und welchen Schwierigkeiten sie in verschiedenen Teilen der Welt gegenüberstehen.
Prominente Gäste aus Politik, Wissenschaft und Gesellschaft
Auch in diesem Jahr versammelt die Konferenz zahlreiche international bekannte Persönlichkeiten in der tschechischen Hauptstadt.
Zu den angekündigten Teilnehmern gehören der israelische Historiker und Bestsellerautor Yuval Noah Harari, der Präsident der Dominikanischen Republik Luis Abinader sowie die belarussische Oppositionspolitikerin Swetlana Tichanowskaja. Ebenfalls erwartet werden die Friedensnobelpreisträger Tawakkol Karman und der frühere polnische Präsident Lech Wałęsa.
Weitere Gäste sind der tschechische Senatspräsident Miloš Vystrčil, die ehemalige litauische Präsidentin Dalia Grybauskaitė, der Politikwissenschaftler Larry Diamond von der Stanford University sowie der ehemalige botswanische Präsident Ian Khama.
Auch Deutschland ist vertreten. Unter anderem nehmen der CDU-Bundestagsabgeordnete Roderich Kiesewetter und Jan Philipp Albrecht, Co-Vorsitzender der Heinrich-Böll-Stiftung, an der Konferenz teil.
Václav Havels Ideen bleiben zentrale Leitlinie
Das Forum 2000 wurde 1997 auf Initiative von Václav Havel ins Leben gerufen. Ziel war es, Persönlichkeiten unterschiedlicher kultureller, religiöser und politischer Hintergründe zusammenzubringen, um über grundlegende Herausforderungen der Menschheit zu diskutieren.
Havels Vorstellungen von persönlicher Verantwortung, Menschenwürde und dem Mut, sich gegen Unterdrückung zu stellen, prägen die Arbeit der Stiftung bis heute.
Mit der 30. Ausgabe soll deshalb nicht nur an das politische und philosophische Vermächtnis des früheren tschechischen Präsidenten erinnert werden. Die Organisatoren wollen zugleich der Frage nachgehen, wie seine Ideen unter den heutigen politischen, gesellschaftlichen und technologischen Bedingungen neu interpretiert und praktisch umgesetzt werden können. 30. Forum 2000
11. bis 13. Oktober 2026 | Prag










