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Anstieg des Online-Drogenhandels: Soziale Netzwerke als neuer Vertriebskanal

Aktualisiert: 27. Juni

Laut dem Nationalen Drogenkontrollzentrum hat sich der Verkauf von Drogen zunehmend ins Internet verlagert, insbesondere über soziale Netzwerke wie Telegram

Foto: Nastya Dulhiier | Unsplash


Im vergangenen Jahr verzeichnete der Online-Drogenhandel einen signifikanten Anstieg, wie aus dem heute veröffentlichten Jahresbericht des Nationalen tschechischen Drogenkontrollzentrums (NPC) hervorgeht. Die Händler nutzen nicht nur versteckte Websites, sondern vor allem soziale Netzwerke, um verbotene Substanzen an die Konsumenten zu verschicken. Dabei erfolgt die Bezahlung oft mittels Kryptowährungen. Insbesondere der Verkauf von Drogen über das soziale Netzwerk Telegram hat deutlich zugenommen.


Die tschechische Polizei betont, dass die Anonymität, die relative Leichtigkeit und die große Auswahl an Substanzen, die auf virtuellen Märkten erworben werden können, dem herkömmlichen Straßenverkauf in nichts nachstehen. Laut dem NPC wurden im vergangenen Jahr auf öffentlich zugänglichen Internetplattformen hauptsächlich neue psychoaktive Substanzen und Stoffe mit anaboler oder hormoneller Wirkung angeboten. Der Vertrieb erfolgt über E-Shops, deren Domains sich größtenteils im Ausland befinden.


Gemäß den Angaben des NPC können alle narkotischen und psychotropen Substanzen sowie Medikamente über das soziale Netzwerk Telegram bezogen werden. Besonders hohe Nachfrage besteht nach Substanzen wie Kokain, Methamphetamin, MDMA, Marihuana und Medikamenten mit antidepressiver Wirkung. Bis zum Jahr 2021 war die Aktivität von Drogenhändlern in diesem Netzwerk in der Tschechischen Republik vernachlässigbar, so die Kriminalisten.


Im Jahresbericht der Polizei wird darauf hingewiesen, dass die Zahl der Telegram-Gruppen, in denen Drogen gehandelt werden, im Zusammenhang mit der Ankunft von mehr als 400.000 Flüchtlingen aus der Ukraine dynamisch angestiegen ist. Dabei überwiegen die ukrainischen und russischen Sprachversionen. Die Gruppen entstehen kontinuierlich neu, verschwinden mit der Zeit und werden durch neue ersetzt. Gegenwärtig überwachen die Strafverfolgungsbehörden etwa 30 Gruppen, wobei die Anzahl der Teilnehmer pro Gruppe zwischen 7.000 und 20.000 Personen variiert.


Obwohl der Verkauf, Vertrieb und Konsum von Cannabis und Methamphetamin in der Tschechischen Republik nach wie vor dominant sind, rücken laut Polizei auch der Missbrauch und Handel mit psychoaktiven Drogen immer stärker in den Vordergrund. Im Jahr 2022 hat die Polizei neue pseudoephedrin- oder ephedrinhaltige Substanzen abgefangen und identifiziert, die ohne Genehmigung in die Tschechische Republik eingeführt wurden und zur Herstellung von Methamphetamin verwendet werden.

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