Zehn Jahre Blanka: Der Tunnelkomplex als Herzstück des Prager Verkehrs
- Tschechien News

- 20. Sept. 2025
- 2 Min. Lesezeit
Obwohl Blanka seit Jahren im Regelbetrieb läuft, ist das Genehmigungsverfahren für einen Teil des Projekts noch immer nicht endgültig abgeschlossen

Vor zehn Jahren wurde der Tunnelkomplex Blanka in Prag eröffnet – das größte Bauprojekt seiner Art in Tschechien. Heute ist er aus dem Verkehr der Hauptstadt nicht mehr wegzudenken und gilt als zentrale Lebensader für Autofahrer.
Am gestrigen Freitag jährte sich die Eröffnung des Tunnelkomplexes Blanka in Prag zum zehnten Mal. Innerhalb einer Dekade hat sich das Bauwerk zu einer unverzichtbaren Säule der Verkehrsinfrastruktur der Hauptstadt entwickelt. Rund 780 Millionen Fahrzeuge passierten seitdem die drei Tunnelröhren, während Einsatzkräfte und Disponenten Tausende Vorfälle bewältigen mussten – von alltäglichen Pannen bis hin zu skurrilen Zwischenfällen.
Der Komplex, bestehend aus dem Bubenečský-, Dejvický- und Brusnický-Tunnel, veränderte den Verkehr in Prag grundlegend. Er entlastete das Zentrum, verkürzte Fahrzeiten und führte den Autoverkehr unter die Erde. Seit seiner Inbetriebnahme passierten rund 780 Millionen Fahrzeuge den Tunnel. Die größte Belastung entfiel auf den Dejvický-Tunnel mit mehr als 271 Millionen Fahrzeugen, gefolgt vom Brusnický-Tunnel mit fast 266 Millionen und dem Bubenečský-Tunnel mit 236 Millionen Fahrzeugen.

Sicherheit im Fokus
In den vergangenen zehn Jahren registrierten Polizei und Technická správa komunikací (TSK) 1.086 Unfälle, davon 33 mit Verletzten. Todesopfer gab es bislang keine. Am häufigsten mussten die Betreiber wegen liegengebliebener Fahrzeuge einschreiten – 4.344 Mal. Auch Geisterfahrten (297), Personen im Tunnel (479, darunter zehn Tiere) oder Brände (17) forderten die Einsatzkräfte.
Manche Vorfälle sorgten für Schlagzeilen: Ein Mann auf einem Skateboard rollte 2020 durch den Bubenečský-Tunnel, ein Fußgänger schob 2021 eine Mülltonne durch die Brusnice-Röhre, und 2019 stoppte ein Fahrer mitten im Tunnel – wegen Zahnschmerzen.
Hinter der sicheren Funktion des Komplexes stehen Hunderte Beschäftigte. Rund um die Uhr überwachen Operatoren den Verkehr im Leitstand, während Techniker in Nachteinsätzen Beleuchtung, Lüftungsanlagen, Kilometer an Kabeln und die Entwässerung kontrollieren.

Ungeklärte Formalien
Obwohl Blanka seit Jahren im Regelbetrieb läuft, ist das Genehmigungsverfahren für einen Teil des Projekts noch immer nicht endgültig abgeschlossen. Eine formale Entscheidung des Verwaltungsgerichts führte dazu, dass die betreffende Strecke nach wie vor nur im Rahmen einer vorläufigen Nutzung betrieben wird. Beobachter rechnen jedoch mit einer baldigen endgültigen Abnahme.








