Tschechischer Energieriese ČEZ startet Ausschreibung für einen neuen Kernreaktorblock

Der Vertrag zum Bau des ersten neuen Reaktors seit zwei Jahrzehnten soll Anfang 2024 unterzeichnet werden

Foto: Kernkraftwerk Dukovany | cze.cz


Der staatlich kontrollierte Energiekonzern ČEZ hat eine Ausschreibung gestartet, um ein Unternehmen für den Bau einer neuen Reaktoreinheit im Kernkraftwerk Dukovany zu finden, einem von zwei Reaktorstandorten Tschechiens, die derzeit in Betrieb sind. Einen Lieferanten für den Reaktor zu finden, ist nur der erste Schritt in einem langen Prozess. Der Vertrag soll 2024 unterzeichnet werden, der Baubeginn soll voraussichtlich 2029 sein. Der neue Block sollte dann 2036 ans Netz gehen. Industrie- und Handelsminister Jozef Síkela sagte, der neue Reaktor werde die größte Investition in der modernen tschechischen Geschichte sein. Laut Vertretern der Regierung und ČEZ werden die Kosten basierend auf einer Kalkulation von 2020 rund 160 Mrd. CZK (rund 6,4 Mrd. EUR) betragen. Der genaue Preis wird erst am Ende der Ausschreibung bekannt werden. Unternehmen, die ein potenzielles Sicherheitsrisiko darstellen könnten, wurden vom Bieterverfahren ausgeschlossen. Regierungschef Petr Fiala sagte, dazu gehöre „zum Beispiel Putins Russland“.

Foto: Regierungschef Petr Fiala mit ČEZ-Generaldirektor Daniel Beneš | P. Fiala Facebook Im Dezember 2023 sollte ČEZ der Regierung eine endgültige Bewertung der Angebote vorlegen, so ČEZ-Generaldirektor Daniel Beneš. „Das Hauptziel ist ein sicheres und wirtschaftliches Projekt, das innerhalb des festgelegten Budgets und Zeit auf die Beine zu stellen. Ich glaube, dass der Starttermin 2036 für den Testbetrieb der neuen Einheit realistisch ist“, fügte Beneš hinzu. Die Tschechische Republik verfügt über zwei Kernkraftwerke mit insgesamt sechs Blöcken. Temelín in Südböhmen verfügt über zwei Blöcke mit einer Leistung von jeweils 1.000 MW. Dukovany verfügt über vier 510-MW-Blöcke. Temelín ging 2002 in Betrieb und der erste Block von Dukovany wurde 1985 in Betrieb genommen.

Die beiden Kernkraftwerke machen 34 Prozent der gesamten Stromerzeugung in Tschechien aus. Eine Umfrage des Meinungsforschungsunternehmens IBRS Ende letzten Jahres ergab, dass 65 Prozent der Befragten für einen weiteren Ausbau der Kernenergie in der Tschechischen Republik seien, verglichen mit 62 Prozent im Vorjahr.

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