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Tschechien und Österreich vertiefen Zusammenarbeit bei Verkehrsinfrastruktur

4. Sept.
2 Min. Lesezeit

Die Verkehrsminister beider Länder unterzeichneten eine gemeinsame Erklärung – im Mittelpunkt stehen die grenzüberschreitenden Verbindungen D3–S10 und D52–A5

Tschechien und Österreich vertiefen Zusammenarbeit bei Verkehrsinfrastruktur
Foto: Ministerstvo dopravy ČR

Tschechien und Österreich wollen beim Ausbau und bei der Sicherung grenzüberschreitender Straßenverbindungen enger zusammenarbeiten. Die Verkehrsminister Ivan Bednárik und Peter Hanke unterzeichneten dazu im österreichischen Alpbach eine gemeinsame Erklärung.


Das Dokument konzentriert sich insbesondere auf die strategisch wichtigen Verbindungen D3–S10 und D52–A5. Beide Verkehrsachsen sollen die Anbindung zwischen Tschechien und Österreich verbessern und zugleich zentrale europäische Verkehrskorridore stärken.


Die Vereinbarung knüpft an die bisherige Zusammenarbeit beider Länder an und schafft einen konkreteren Rahmen für die Koordinierung von Bau, Instandhaltung und Betrieb der grenzüberschreitenden Straßen. Vorgesehen sind außerdem eine gemeinsame Vorgehensweise bei der Beantragung europäischer Fördermittel, der Austausch von Verkehrsdaten sowie der Ausbau intelligenter Verkehrssysteme.


Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Widerstandsfähigkeit der Infrastruktur. Die Verkehrswege sollen künftig besser gegen außergewöhnliche Ereignisse, klimabedingte Risiken und Cyberangriffe geschützt werden.


Fertigstellung der südböhmischen D3 für 2027 geplant


„Österreich gehört zu unseren wichtigsten Wirtschaftspartnern in Europa, der Zustand der zwischenstaatlichen Straßeninfrastruktur entspricht dem jedoch nicht“, erklärte Tschechiens Verkehrsminister Ivan Bednárik. Wichtige tschechisch-österreichische Projekte näherten sich inzwischen allerdings ihrer Umsetzung. Auf tschechischer Seite gebe es dafür klare Zeitpläne.


Die noch fehlenden Abschnitte der Autobahn D3 in Südböhmen sollen nach Angaben des Ministers 2027 fertiggestellt werden. Die D3 soll künftig an die österreichische Schnellstraße S10 angebunden werden und damit die Straßenverbindung zwischen Prag, České Budějovice und Linz verbessern.


Auch beim Ausbau der sogenannten Wiener Autobahn D52 gibt es Fortschritte. Die tschechische Straßen- und Autobahndirektion ŘSD beantragte Ende Juli die Baugenehmigung für den Abschnitt zwischen Pohořelice und Nové Mlýny. Für den anschließenden Abschnitt von Nové Mlýny bis zur österreichischen Grenze soll der Antrag im September eingereicht werden.


„Wenn alles gut läuft, könnte der Bau beider Abschnitte im kommenden Jahr beginnen“, sagte Bednárik.


Verbindung D52–A5 als Teil des Baltisch-Adriatischen Korridors


Die Erklärung hebt insbesondere die Fertigstellung der Verbindung D52–A5 hervor. Sie ist Teil des europäischen Baltisch-Adriatischen Verkehrskorridors und soll die Anbindung Brünns an Wien deutlich verbessern.


Tschechien und Österreich verpflichteten sich außerdem, geplante Bauarbeiten regelmäßig abzustimmen. Gemeinsam sollen Maßnahmen für den Umgang mit Verkehrseinschränkungen, außergewöhnlichen Ereignissen und extremen Wetterbedingungen vorbereitet werden.


Unterzeichnet wurde die Erklärung am Rande des Europäischen Forums Alpbach. Bednárik war auf Einladung des österreichischen Bundesministers für Innovation, Mobilität und Infrastruktur, Peter Hanke, nach Tirol gereist. Beide Minister nahmen dort auch an einer Podiumsdiskussion unter dem Titel „Infrastruktur als strategischer Vorteil Europas“ teil.


Im Mittelpunkt der Diskussion standen die Bedeutung europäischer Verkehrskorridore für die Wettbewerbsfähigkeit, die Widerstandsfähigkeit der Lieferketten und die grenzüberschreitende Zusammenarbeit in Mitteleuropa. Bednárik beteiligte sich außerdem an einer Veranstaltung des Club Alpbach Czechia & Slovakia.

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