Tschechien fordert bei Gasnotstand Solidarität der Haushalte

In Europa wächst derzeit die Sorge, dass Russland vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs seine Gaslieferungen weiter drosseln oder ganz einstellen könnte

Foto: Ilse Driessen | Unsplash


Prag (dpa) - Der tschechische Industrie- und Handelsminister Jozef Sikela sieht bei einer möglichen Gasnotlage auch die privaten Haushalte in der Pflicht. «Damit die Wirtschaft und wenigstens ihre Grundlagen funktionieren, werden wir möglicherweise Solidarität, Verständnis und Hilfsbereitschaft seitens der Haushalte brauchen», sagte der konservative Politiker am Mittwoch. Die Menschen sollten sich in diesem Fall bewusst machen, dass sie selbst beispielsweise Mitarbeiter oder Kunden von betroffenen Unternehmen seien.


Der Entwurf einer Verordnung für den Fall einer Versorgungsunterbrechung sieht vor, dass Büroräume und Wohnzimmer in Mietwohnungen nur noch auf 18 statt bisher 20 Grad geheizt werden sollen. Ministerpräsident Petr Fiala wies indes Behauptungen als «Unsinn» zurück, es seien staatliche Kontrollen der Raumtemperatur in den Wohnungen der Menschen geplant.


In Europa wächst derzeit die Sorge, dass Russland vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs seine Gaslieferungen weiter drosseln oder ganz einstellen könnte. Die Gasspeicher in Tschechien sind bereits zu 81 Prozent gefüllt - das zeigen Daten, die die Betreiber an die Agsi-Plattform des europäischen Verbands Gas Infrastructure Europe (GIE) melden.

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