Streit um Führung an Aufarbeitungsbehörde in Tschechien

USTR gilt als tschechisches Pendant zur früheren deutschen Stasi-Unterlagen-Behörde


Prag (dpa) - Am tschechischen Institut für das Studium totalitärer Regime (USTR) ist ein heftiger Streit um die Führung der Aufarbeitungseinrichtung ausgebrochen. Der wissenschaftliche Beirat trete zum 30. April geschlossen zurück, um gegen die Ernennung des Historikers Ladislav Kudrna zum neuen Leiter zu protestieren, hieß es am Donnerstag in einer Erklärung. Dem Beirat gehören auch deutsche Wissenschaftler wie Detlef Brandes, Martina Winkler und Sarah Scholl-Schneider an.

Das von Kudrna vorgelegte Konzept führe das Institut weg von einem kritischen Zugang zur Interpretation der Geschichte und hin zu einem politisch und ideologisch geprägten Blick, hieß es. Zudem gebe es Plagiatsvorwürfe gegen den 46-Jährigen. Kudrna wies die Anschuldigungen, die sein Buch über tschechoslowakische Kämpfer im Indochina-Krieg betreffen, zurück.

Das Institut befasst sich mit der Untersuchung der Zeit der nationalsozialistischen Besatzung sowie der Aufarbeitung der kommunistischen Herrschaft zwischen 1948 und 1989. Es gilt als tschechisches Pendant zur früheren deutschen Stasi-Unterlagen-Behörde. In der Vergangenheit gab es bereits mehrmals Turbulenzen an der Spitze der 2007 gegründeten Einrichtung.

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