Mehr Aggression, mehr Schulschwänzen: Problematisches Verhalten an tschechischen Schulen nimmt zu
- Tschechien News

- 28. Dez. 2025
- 1 Min. Lesezeit
Vielen Jugendlichen fehlt die notwendige Unterstützung aus dem familiären Umfeld

An tschechischen Schulen häufen sich aggressives Verhalten, Schulschwänzen und psychische Belastungen – besonders an Grundschulen, aber auch an weiterführenden Einrichtungen.
An den tschechischen Schulen nimmt problematisches Verhalten deutlich zu. Laut einem Bericht des Nachrichtenportals Novinky.cz haben Fälle von feindseligem Auftreten gegenüber Mitschülern, verbaler Aggression gegen Lehrkräfte sowie Schulschwänzen vor allem an Grundschulen zugenommen. Mit ähnlichen Schwierigkeiten kämpfen seit Jahren auch weiterführende Schulen, wo insbesondere Cybermobbing und verbale Angriffe – sowohl gegen Lehrpersonen als auch unter Schülern – häufiger registriert werden.
Gewalt oder aggressive Übergriffe gegenüber Mitschülern mussten im vergangenen Schuljahr 2023/2024 mehr als 56 Prozent der von der Tschechischen Schulinspektion (ČŠI) überprüften Grundschulen bearbeiten. Das entspricht einem Anstieg von 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Nach Einschätzung der ČŠI zeigt sich vor allem im Bereich der psychischen Gesundheit eine besorgniserregende Entwicklung. In nahezu der Hälfte der Grundschulen wurden Fälle von Selbstverletzung festgestellt. Landesweit zeigen rund 17 Prozent der Jugendlichen im Alter zwischen elf und 21 Jahren eine Neigung zu Selbstverletzung. Mädchen landen in diesem Zusammenhang viermal häufiger im Krankenhaus als Jungen.
Laut Experten ist ein sicheres und unterstützendes Schulumfeld entscheidend für gute Bildung und eine gesunde Persönlichkeitsentwicklung. Dazu gehöre eine offene Kommunikation und Zusammenarbeit zwischen Schülern, Lehrkräften und Eltern.
Auch an weiterführenden Schulen verstärkte die Schulinspektion im Schuljahr 2023/2024 ihre Kontrollen. Im Fokus standen dabei Cybermobbing, verbale Aggression sowie ein problematischer Umgang mit digitalen Technologien. Rund die Hälfte der Schulen arbeitete bei der Lösung erzieherischer Probleme mit schulpsychologischen Beratungsstellen zusammen. Deren Mitarbeiter weisen jedoch darauf hin, dass vielen Jugendlichen die notwendige Unterstützung aus dem familiären Umfeld fehlt.








