Kritik an Polizeieinsätzen bei Babis-Wahlkampfterminen in Tschechien

In Borovany bei Ceske Budejovice (Budweis) sollen nach Medienberichten drei Polizisten einen 14 Jahre alten Schüler gewaltsam zu Boden gedrückt haben

Foto: Andrej Babiš | Facebook


Prag (dpa) - Die tschechische Polizei ist wegen ihres Vorgehens gegen Gegendemonstranten bei Wahlkampfkundgebungen des Ex-Ministerpräsidenten Andrej Babis in die Kritik geraten. Der liberalkonservative Regierungschef Petr Fiala forderte seinen Innenminister am Freitag auf, alle Umstände dieser «beunruhigen Geschehnisse» gründlich zu untersuchen. Für einen demokratischen Staat sei das Vertrauen der Öffentlichkeit in die politische Unabhängigkeit der Polizei wichtig, sagte der 57-Jährige.


Im Vorfeld der Präsidentschaftswahl im Januar 2023 reist Babis seit Monaten mit einem Wohnmobil durch Tschechien und veranstaltet Kundgebungen. In Borovany bei Ceske Budejovice (Budweis) sollen nach Medienberichten drei Polizisten einen 14 Jahre alten Schüler gewaltsam zu Boden gedrückt haben. Die Mutter des Jungen habe ihn nicht auf die Wache begleiten dürfen. Zuvor hatten Beamte in Zivilkleidung bei einer Veranstaltung in Ceske Krumlov eine Frau festgenommen und abgeführt.


Eine Umfrage der Agentur Median sieht den Unternehmer Babis in der ersten Wahlrunde mit 25,5 Prozent der Stimmen vorn. Auf dem zweiten Platz würde der frühere General Petr Pavel mit 21 Prozent landen. Babis, der ursprünglich aus der Slowakei stammt, war von 2017 bis 2021 tschechischer Ministerpräsident.

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