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Kostensteigerung im Prager Nahverkehr könnte zu höheren Fahrscheinpreisen führen

Der aktuelle Preis für eine Jahreskarte liegt unverändert bei 3.650 CZK und wurde seit acht Jahren nicht angepasst

Foto: Dopravní podnik hlavního města Prahy


Die Prager Verkehrsbetriebe (DPP) äußern Bedenken hinsichtlich steigender Kosten im öffentlichen Nahverkehr, die einen großen Teil des städtischen Haushalts ausmachen und zu teureren Fahrpreisen führen könnten. In einem Interview mit Hospodářské noviny (HN) betonte Petr Witowski, Direktor der DPP, dass die Preisfestlegung nicht in der Zuständigkeit des Verkehrsunternehmens liege, sondern es eine politische Entscheidung ist.


Der aktuelle Preis für eine Jahreskarte liegt unverändert bei 3.650 CZK und wurde seit acht Jahren nicht angepasst. Im vergangenen Jahr erzielte das größte Unternehmen der Stadt durch Fahrpreise Einnahmen in Höhe von 3,48 Mrd. CZK, während die Hauptstadt laut HN 16,2 Mrd. CZK als Ausgleichszahlungen leistete. Witowski betonte, dass es an der Politik liege zu entscheiden, wie viel Haushaltsmittel sie dem öffentlichen Verkehr zuteilen möchten. Aktuell decken die Fahrpreise lediglich etwa 16 Prozent der Kosten, während es vor der Coronavirus-Pandemie noch etwa 21 Prozent waren. Im europäischen und tschechischen Vergleich sei diese Quote nicht ideal, da andere Verkehrsunternehmen einen viel höheren Anteil der Kosten durch Fahrpreise decken. Witowski sieht langfristig einen optimalen Zielwert von 35 Prozent.


Um Kosten einzusparen, könnten die Prager Verkehrsbetriebe beispielsweise die Intervalle zwischen den Diensten verlängern oder eine optimierte Routenplanung vornehmen. Es gäbe Möglichkeiten zur Optimierung, jedoch seien die Kosten, die durch das Unternehmen beeinflusst werden können, begrenzt. Preissteigerungen für Diesel und Strom hätten das Budget stark belastet. Während vor der Pandemie jährlich 708 Mio. CZK für Dieselkraftstoff ausgegeben wurden, stieg dieser Betrag im vergangenen Jahr auf fast 947 Mio. CZK. Ähnlich verhielt es sich bei den Stromkosten, die von etwa 875 Mio. CZK im Jahr 2019 auf über 1,27 Mrd. CZK im Jahr 2022 anstiegen.


Zuletzt wurden die Einzelfahrscheine im Prager Nahverkehr am 1. August 2021 teurer. Der Preis für einen 30-Minuten-Fahrschein stieg von 24 auf 30 CZK und für einen 90-Minuten-Fahrschein von 32 auf 40 CZK. Auch die SMS-Tickets verteuerten sich, von 24 CZK auf 31 CZK für eine 30-Minuten-Karte und von 32 CZK auf 42 CZK für eine 90-Minuten-Karte.


Wie sich die Fahrscheinpreise in Zukunft entwickeln werden, bleibt abzuwarten und hängt maßgeblich von politischen Entscheidungen und der finanziellen Ausstattung des öffentlichen Nahverkehrs in Prag ab.

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