top of page

Kontroverse um den Abriss eines deutschen Friedhofs in Heřmánkovice

Vor dem Krieg war Heřmánkovice (dt. Hermsdorf) ein Dorf, in dem fünfzehnhundert Deutsche und 39 Tschechen lebten

Foto: Kirche Všech svatých mit Friedhof in Heřmánkovice | Wikipedia


In Heřmánkovice, einem kleinen Dorf in der Region Broumov (dt. Braunau), sorgt die Anordnung der Bürgermeisterin Jana Králová (parteilos) für Kritik. Ein alter deutscher Friedhof wurde auf ihre Weisung hin entfernt, wodurch über fünfzig Gräber dem Erdboden gleichgemacht wurden. Dieser Schritt stößt bei vielen auf unverständnis.


Bauarbeiter enfernten die historischen Gräber in dem Dorf, das im Bezirk (Okres) Náchod liegt. Besonders brisant ist die Tatsache, dass sich in unmittelbarer Nähe des betroffenen Friedhofs eine Kirche befindet, die Teil eines nationalen Kulturdenkmals ist und zur Kirchengruppe von Broumov gehört. Dies unterstreicht die historische Bedeutung der Gegend.


Vor dem Krieg war Heřmánkovice (dt. Hermsdorf) ein rein deutsches Dorf, in dem fünfzehnhundert Deutsche und nur 39 Tschechen lebten. Die Gräber der deutschen Verstorbenen auf dem Friedhof zeugen von dieser Vergangenheit und haben für viele eine emotionale und kulturelle Bedeutung.


Bürgermeisterin Králová verteidigte ihre Entscheidung und bezeichnete die Gräber als "gefährliche Ruinen", die vom Gras überwuchert seien. Sie argumentierte, dass die Gemeinde nicht gegen Vorschriften verstoßen habe, da es sich nur um einige zerstörte Steine handle.


Die Zerstörung der Gräber hat zu einiger Kritik geführt, wie der Nachrichtensender ČT24 berichtet. Auf dem Friedhof liegen nun Fragmente von zerbrochenen Grabsteinen und Scherben, auf denen die Namen der deutschen Verstorbenen noch lesbar sind. Ein Teil der Grabsteine wurde sogar über 12 Kilometer entfernt in Bozanovo auf einem Haufen abgelegt.


Jiří Chotěborský vom Bauamt in der nahegelegenen Stadt Broumov betonte, dass es keinerlei Grund für ein Eingreifen auf dem Friedhof in Heřmánkovice gab, da die Steine niemanden bedrohten. Er machte die Region Hradec Králové auf den Abriss aufmerksam, die den Fall an das Regierungsamt weiterleitete.


Auch der Pfarrer von Broumov, Martin Lanži, äußerte sein Unverständnis über die geplante Zerstörung eines Teils des Friedhofs in Heřmánkovice. Er betonte, dass dieser Vorfall ein Rückschlag für die langjährigen Bemühungen um die Aussöhnung zwischen Tschechen und Deutschen sei. Die Geschichte des Dorfes als einstiges rein deutsches Dorf mit einer nur geringen tschechischen Bevölkerungszahl verleiht der Angelegenheit zusätzliche Sensibilität.

Comments


Anzeige

Anzeige

Anzeige

Anzeige

bottom of page